Was ist da los Herr Minister?

Gestern Abend waren die Kinderköpfe bei einem Treffen besorgter Eltern und Lehrer*innen in der Ganztagsvolksschule GTVS3 mit Sprachheilpädagogik in Wien eingeladen. Die Sorge um den Fortbestand der dort geführten Mehrstufenklassen (MSKs) ist bei Eltern und Lehrer*innen groß.

MSKs ermöglichen es Kindern sich mit ihrer eigenen Geschwindigkeit den Stoff der Volksschule anzueignen, ob nun ein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt oder ein Kind hochintelligent – und damit lerntechnisch seiner Alterskohorte voraus ist – ist dabei egal. In einer MSK findet jedes Kind seinen Platz und ganz nebenbei wird das soziale Lernen im Sinne einer inklusiven Gesellschaft in besonderer Weise gefördert.

Es sollte eigentlich klar sein, dass das Führen einer MSK für Lehrer*innen eine besonders anspruchsvolle Herausforderung darstellt: Es wird nämlich nicht nach einem Lehrplan – wie in altershomogenen Klassen – unterrichtet, sondern nach so vielen unterschiedlichen Lehrplänen wie es die unterschiedlichen Entwicklungsstände der Kinder eben erfordern. In der Vergangenheit wurden deshalb für eine MSK elf zusätzliche Leher*innenwochenstunden budgetiert und Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Rahmen der Klassenhöchstschüler*innenzahl mehrfach gezählt.

Um die ressourcenmäßige Aufrechterhaltung dieses qualitativen Standards fürchtet man jetzt auf Grund des aktuellen bildungspolitischen Kurses der Regierung. Man hat die große Sorge, dass die budgetären Mittel immer mehr und mehr abgezogen werden, sodass die an der Schule geführten MSKs nicht mehr auf dem gewohnt hohen qualitativen Niveau fortgeführt werden können und man dieses Angebot letztendlich einstellen muss.

Dass eine MSK von nur einer einzelnen Lehrperson geführt wird, ist für das Ministerium zwar in der Theorie möglich, aber praxiserfahrene Lehrer*innen verfallen bei dieser Vorstellung in lethargisches Kopfschütteln, weil es ohne zusätzlichen Teamlehrer schlicht weg nicht möglich ist jedem Kind die Individualförderung zukommen zu lassen, die für ein gutes Funktionieren dieses pädagogischen Konzepts notwendig ist.

Anfragen seitens der Eltern bei der zuständigen Bildungsdirektion und beim Ministerium mündeten bisher stets in beschwichtigenden Worten und aufmunterndem Schulterklopfen, aber eine verbindliche Zusage der erforderlichen finanziellen Mittel blieb bisher aus. Diese Unsicherheit stellt sowohl für Eltern als auch für Lehrer*innen eine nahezu unerträgliche Situation dar: Die Eltern wissen nicht, ob das erforderliche Betreuungsangebot für ihre Kinder im nächsten Schuljahr noch gegeben sein wird und Lehrer*innen fürchten um ihre Jobs.

Diese Unsicherheit muss ein Ende haben! Deshalb fordern wir von Herrn Minister Faßmann endlich Verbindlichkeit, dass die zusätzlichen finanziellen Mittel auch in Zukunft gewährt werden und die bisherigen qualitativen Standards in MSKs bestehen bleiben können!

Auch an euch liebe Eltern und Bildungsinteressierte, solltet ihr persönlich von dieser Situation betroffen sein oder die Aufrechterhaltung der MSKs einfach nur unterstützen wollen, hier unser Aufruf sich bei uns Kinderköpfen entweder über Facebook, per Email an info@kinderköpfe.at oder direkt bei Margit Trettl unter margit.trettl@gmx.at zwecks gegenseitiger Vernetzung um dieses Anliegen nachhaltig voranzutreiben zu melden, denn gemeinsam sind wir stärker!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

*

code